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Bilder aus dem Heidemoor

 

Im Spätsommer habe ich es mir nicht nehmen lassen und bin mal wieder mitsamt der Kameraausrüstung für einige Stunden in ein kleines Heidemoor gefahren, nicht gerade ein Katzensprung entfernt, aber durchaus noch als in der Nähe zu bezeichnen.

Hierher komme ich in unregelmäßigen Abständen immer wieder gern,

denn je nach Jahreszeit gibt es ständig neue bzw. andere Motive zu entdecken, ganz entgegen einem oft verbreitetem Irrglauben, welcher besagt das ein Moor nur noch ein "totes Land" ist. Und so war es auch diesmal.

 

Ein wenig hartgesotten und in gewisser Weise ehrgeizig muß man allerdings schon sein, wenn man das feuchte Moor in den Sommermonaten besucht, denn es ist neben dem Vergnügen, durchaus auch eine regelrechte Tortur, sich dort auch nur aufzuhalten.

Warum das?

Nun, weil es eben neben einer faszinierenden Flora und Fauna dort, auch ein paar, -nein, sicherlich ein paar Millionen sehr unangenehmer Quälgeister gibt, denen man während eines Aufenthaltes dort, unmöglich entkommen kann. Die Rede ist hier von "Stechmücken", die einen regelrecht überfallen, die zum ständigen Begleiter werden und einen mit vielen schmerzhaften Stichen versehen.

Aber die Aussicht auf ein paar besondere Bilder, lässt mich, wie auch viele andere Naturfotografen, diese Unannehmlichkeiten gerne immer wieder in Kauf nehmen.

 

Beginnend mit einer typischen Moorpflanze nämlich dem "Sonnentau", den ich in diesem Jahr zum ersten Mal entsprechend meinen Vorstellungen ablichten konnte, möchte ich nun ein paar dieser dort entstandenen Aufnahmen,  zeigen:

 

Auch einige Libellen konnte ich in diesen Stunden finden, darunter zu meiner besonderen Freude die in Deutschland vom Aussterben bedrohte und in der Roten Liste Deutschland  mit RL 1 geführte Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) und die Kleine Binsenjungfer (Lestes virens) die in der Roten Liste Deutschland  mit RL 2 geführt wird und somit stark gefährdet ist.

 

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum)
Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum)

Etwas weniger spektakulär weil bedeutend öfter aufzufinden, waren die trotzdem immer gern gesehenen Amphibien des Feuchtmoores, in diesem Fall der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) und auch der  Teichfrosch (Pelophylax "esculentus").

 

Teichmolch (Lissotriton vulgaris)
Teichmolch (Lissotriton vulgaris)
Teichfrosch (Pelophylax "esculentus")
Teichfrosch (Pelophylax "esculentus")

Zum guten Schluß hat mich auch noch die Vegetation begeistern können, darunter die Moor-Glocken-Heide (Erica tetralix) und die Besenheide (Calluna vulgaris) in der ich zahlreiche Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) finden konnte.

 

Heidegebiete wie dieses sind in Nordrhein-Westfalen eine Seltenheit. In dieser Größe gibt es sie nur noch in der ostwestfälischen Senne und in der Wahner Heide bei Köln. Überall sonst wurden die Heideböden aufgeforstet oder durch Düngung in  Äcker und Weideland verwandelt.

Allerdings bietet die Natur in den Heidemooren eine Reihe schützenswerter Kostbarkeiten.

Viele seltene Arten nutzen die Grundlage der nährstoffarmen Flugsandböden, die während der letzten Eiszeit  hierher verweht wurden. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Michael Prothmann (Sonntag, 27 Oktober 2013 13:04)

    Hallo Marina,
    das ist ein sehr schöner und informativer Beitrag. Die Bilder sind Klasse, wie immer bei Dir.

    Liebe Grüße
    Michael

  • #2

    Marina Wischinski (Donnerstag, 31 Oktober 2013 09:37)

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    Hallo Michael,

    herzlichen Dank und liebe Grüße!

    Marina
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